Fifa-Schiedsrichter Nicolaj Hänni als Motivator an Info-Abend beim FC Tobel-Affeltrangen

Fifa-Schiedsrichter Nicolaj Hänni als Motivator an Info-Abend beim FC Tobel-Affeltrangen

Der Verein braucht dringend Nachwuchsschiedsrichter, andernfalls müssen Teams abgemeldet werden

Schiri Anlass


Die fehlenden Schiedsrichter sind landauf und landab ein leidiges Thema, das vielen Vereinspräsidenten das Leben schwermacht. Andreas Brändle, Präsident des FC Tobel-Affeltrangen handelte und beorderte Trainer und die Kader der höheren Mannschaften zu einem Informationsabend ins vereinseigene Clubhaus.

Eingeladen hatte er aus gegebenem Anlass auch Martin Weber, Schiedsrichterkommission OFV sowie Nicolaj Hänni, Fifa-Schiedsrichter.

„Die Konsequenzen bei fehlenden Schiedsrichtern sind ‚einfach‘ jedoch sehr schmerzhaft: sie bedeuten nichts weniger als Mannschaftsrückzug/-rückzüge“ erläuterte Andreas Brändle bei seiner Begrüssung nochmals nachdrücklich. Für zwei Mannschaften im 11er Fussball (Junioren C aufwärts) muss jeder Verein einen Schiedsrichter stellen. Da zwei der drei vereinseigenen Schiedsrichter altersmässig die obere Grenze erreicht haben (Fredi Müller mit 60 und 36 Jahren Spielpraxis wird Schiedsrichter-Inspizien tund auf die Unterstützung von Ruth Schmid, mit 38 Dienstjahren europaweit Dienstälteste Frau im Schiedsrichterwesen wird man wohl auch keine zehn Jahre zählen können), werden dringend Nachfolger gesucht.

Martin Weber, Funktionär bei der SK des OFV, informierte über die Ausbildung zum Schiedsrichter. Mindestalter bei Beginn der Ausbildung ist 15-jährig. Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, sportliches Verhalten und gute Deutschkenntnisse sind wichtige Voraussetzungen für dieses Amt. Bei entsprechender Eignung und Weiterbildung kann man auch Karriere machen: z.B. als OFV-Funktionär; als Assistent bei Fifa-Spielen etc.

Nikolaj Hänni ist ein Schiedsrichter aus der Ostschweiz, der die Herausforderung angenommen hat und heute als Unparteiischer auch für die Fifa Spiele leitet. Da er nach einem Autounfall 1994 nicht mehr Fussball spielen konnte, diese Sportart aber sehr liebt, entschied er sich zur Ausbildung als Schiedsrichter. 2007 pfiff er bereits in der Axpo Super League und seit 2011 ist er Fifa-Schiedsrichter. Sein Werdegang zeigt, dass man mit dem nötigen Ehrgeiz durchaus Karriere machen kann. Hänni als Ostschweizer darf selten in der AFG-Arena pfeifen, um unnötige Diskussionen über „Heimschiris“ erst gar nicht aufkommen zu lassen. Er ist Schiedsrichter mit Leib und Seele und stellt die positiven Seiten seiner Aufgabe in den Vordergrund.

Dazu gehören seiner Meinung nach Lebenserfahrung, die man als Schiedsrichter sammelt, man bleibt lange fit, da man entsprechende Fitness bei den Spielen braucht und erlebt viele interessante Begegnungen national und international. Die Erinnerung an das Spiel Österreich gegen Deutschland, bei dem er als Assistent von Busacca mitwirkte, ist so ein Erlebnis. Reich wird man allerdings auch in hohen Ligen alleine wegen des Pfeifens nicht. Nikolaj Hänni ist 80% berufstätig und die restlichen 20% amtet er als Schiedsrichter.

Massimo De Marianis, Schiedsrichterverantwortlicher des FC Tobel-Affeltrangen hofft, so schnell wie möglich aus den eigenen Reihen zwei Schiedsrichterkollegen oder Kolleginnen für Ruth Schmid und Fredi Müller zu finden.

Er selbst pfeift nun schon seit 22 Jahren. Auch für ihn überwiegen die positiven Erfahrungen als Unparteiischer. In seinen Schlussworten appelliert er noch einmal eindringlich an die Anwesenden, den ersten Schritt zu wagen und sich für einen Grundkurs anzumelden./jobo

 

Einige Impressionen des Anlass:

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